Dalmatiner

Größe: Rüde 56-61cm, Hündin 54-59cm

 

Gewicht: Rüde: 27-32kg, Hündin: 24-29kg

 

Fell: kurz, glatt, glänzend

 

Farbe: weiß mit schwarzen oder braunen Tupfen. Welpen werden weiß geboren

 

mögliche Krankheiten: Taubheit, Harngries, Allergien, purinarme Ernährung ist nötig

 

Lebenserwartung: 12-14 Jahre

 

FCI Gruppe 6, Sektion 3: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen

 

 

Geschichte

 

Der Ursprung des Dalmatiners ist ungeklärt, die Theorien sind vielfältig. Dalmatiner-ähnliche Hunde sind bereits auf mehreren Tausend Jahre alten griechischen Fresken sowie ägyptischen Pharaonengräbern zu sehen. Daneben gibt es die Theorie, der Dalmatiner stamme aus Kroatien (Dalmatien), aber auch Italien, England, die Türkei und Nordindien sind als möglicher Ursprung im Gespräch. Genetische Tests legen eine Verwandtschaft zu Pointern nahe, was für England sprechen würde. Wie der Dalmatiner zu seinem Namen kam, ist nicht überliefert. Ebenfalls strittig ist, ob der Dalmatiner oder seine Vorfahren je zu Jagdzwecken eingesetzt wurden. Offen bleibt allerdings auch die Frage, was stattdessen sein ursprüngliches Aufgabengebiet gewesen sein könnte. In Frage käme ein Begleithund, der daneben zum Bewachen der Ställe und jagen von kleinen Schädlingen auf den Höfen eingesetzt wurde. Auf Reisen könnte er als ausdauernder Begleiter von Reiter oder Kutsche gedient haben, der nachts die Aufgabe des Wachens übernahm. Dagegen spricht, dass der Dalmatiner keine Unterwolle besitzt und harter Witterung deshalb wenig entgegen setzen kann.

 

Gesichert ist, dass der Dalmatiner seit Ende des Mittelalters in europäischen Adelshäusern und allgemein in der höheren Gesellschaft beliebt war. Vor allem in England war er dabei auch Begleiter von Kutschen. In den USA wurde er als „lebende Sirene“ und zum fernhalten von streunenden Hunden vor Feuerwehrwagen eingesetzt, als diese noch von Pferden gezogen wurden. Noch heute ist er das Maskottchen der amerikanischen Feuerwehr.

Im Jahr 1890 wurde ein einheitlicher Standard aufgestellt und der Dalmatiner als Rasse anerkannt. Einen Boom erlebte die Rasse nach dem Kinofilm „101 Dalmatiner“. Da es noch keiner Rasse gut getan hat, zum Modehund zu werden, ist es erfreulich, dass die Nachfrage wieder auf ein Normalmaß zurückgegangen ist. Heute ist er ein beliebter Begleit- und Familienhund, ohne spezielles Aufgabenfeld.

 

 

Verhalten und Wesen

 

Der Dalmatiner hat allgemein ein freundliches, offenes Wesen, zeigt situationsabhängig aber auch gute Wachhundeigenschaften. Er ist vor allem ein ausdauernder Läufer, aber auch für Spiele leicht zu begeistern und lernfreudig. Seinen Menschen gegenüber ist er sensibel und aufmerksam, für ein hartes Abrichten unter Zwang ist er nicht geeignet. Dennoch bringt er durchaus den Willen zu eigenständigem Handeln mit und kann gelegentlich eine gewisse Sturheit zeigen.

Trotz dass er vermutlich nie zur Jagd eingesetzt wurde, bringen einige Dalmatiner Jagdtrieb mit. Gute Erziehung und Auslastung lassen Freilauf dennoch zu.

In den 1970er Jahren, nach dem Boom des Films 101 Dalmatiner, fielen einige Vertreter der Rasse durch aggressives oder nervöses Verhalten auf. Diese Wesenszüge sind dem Dalmatiner eigentlich fremd und auf rein profitorientierte Züchtung zurück zu führen.

 

 

Haltung und Pflege

 

Der Dalmatiner ist ein anpassungsfähiger, humorvoller und aktiver Begleithund, der als solcher gut in eine lebhafte Familie passt. Er braucht auf jeden Fall engen Familienanschluss mit viel Ansprache und Beschäftigung. Für eine Außenhaltung ist er auch wegen seines dünnen Felles nicht geeignet. In der Regel ist er kinderfreundlich, jedoch sollten die Kinder ihn auf Grund seines eher sensiblen Wesens nicht als Spielzeug ansehen. Besucher werden gemeldet, aggressiv oder ängstlich reagiert ein Dalmatiner jedoch nicht. Gute Zucht und Umweltgewöhnung vorausgesetzt.

 

Gezüchtet, um Kutschen tagelang begleiten zu können, braucht er sehr viel Bewegung. Ein Garten ersetzt bei ihm keinesfalls den täglichen, am besten mehrstündigen Spaziergang. Daneben ist er lernfreudig, verspielt und wendig genug, um Hundesport zu betreiben. Auch für Clickern, Suchspiele oder Dog Dance lässt er sich begeistern. Ebenfalls ist eine Ausbildung zum Rettungshund möglich. Ideal ist es natürlich, ihn am Pferd oder Fahrrad mitlaufen zu lassen oder ihn mit zum joggen zu nehmen.

 

Leider gibt es einige Dalmatiner-typische Gesundheitsprobleme. Etwa 4% der Welpen kommen taub zur Welt. Ein guter Züchter wird vor der Abgabe der Welpen eine audiometrische Untersuchung durchführen lassen, um das Gehör zu testen.

Es ist wichtig zu beachten, dass Dalmatiner ein gestörtes Harnsäuretransportsystem haben, weshalb sich schneller Harnsteine bilden. Vorbeugend kann man auf eine Purinarme Ernährung achten. Viel Purin ist z.B. in Fisch, Hefe und Innereien. Gegebenfalls sollte ein spezieller Ernährungsplan mit dem Tierarzt besprochen werden. Das macht vor allem dann Sinn, wenn noch Allergien hinzukommen, die leider ebenfalls bei Dalmatinern verbreitet sind.

Tendentiell leiden Dalmatiner auch häufiger als andere Rassen an einer Immunschwäche. Omega 3 und 6 Fettsäuren, wie sie z.B. in Rapsöl vorhanden sind, können hier helfen.

 

Quelle: Tierfreunde.de